Wer in Beziehung auf einen anderen eine Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu
machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen geeignet ist, wird,
wenn nicht diese Tatsache erweislich wahr ist,
mit Freiheitsstrafe bis zu [...]
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Fan Mobbing


MJ-Fans werden durch die Medien zur diskriminierten Minderheit!

Im Anhang findet Ihr einige Berichte von Michael Jackson-Fans, die aussagen, wie sie seit Jahren von ihrer Umwelt gemobbt und als krank abgestempelt werden.
Vor allem Schüler haben immer mehr unter regelrechter Diskriminierung bis hin zu tätlichen Angriffen zu leiden, aber auch Erwachsene haben manchmal eigenartige Erlebnisse mit ihren BILD-Zeitung lesenden Mitmenschen.
Diese Situation führen wir größtenteils auf die extrem negative und boshafte Berichterstattung in den Medien zurück, die wirklich keine Gelegenheit auslassen, Michael Jackson als Freak, Zombie und Geisteskranken darzustellen, was immer schlagartig auf seine Fans abfärbt. Natürlich ist er zum einen der berühmteste Mensch des Planeten, und sicherlich in keiner Hinsicht ein „Ottonormalverbraucher“. Alleine deswegen müssen er und auch wir ein gewisses Maß an Kritik, Übertreibungen in der Darstellung seiner Person und die Neugierde der Welt an seinem Privatleben einfach aushalten können. Aber nur bis zu einem gewissen Punkt, denn die Berichte von Fans, die die Auswirkungen dieser Haßkampagnen ertragen müssen, häufen sich.

Wir möchten gerne versuchen, Euch beizustehen, falls Ihr auch einmal solche Probleme bekommt, sei es in der Schule, mit Eltern oder Freunden.

Im Forum gibt es den Bereich „Kummerkasten“, wo Ihr Euch austauschen könnt. Oder schreibt eine Mail ans Team!

Berichte die uns über Fan-Mobbing erreicht haben, findet man hier



Eine Psychologin über das Fansein von Michael Jackson

Wir hoffen dass dieser Text wesentlich zum Verständnis der Situation vieler Fans beiträgt und dass Sie, sofern Sie mitverantwortlich sind für die Berichterstattung über Michael Jackson (oder auch jede andere öffentliche Persönlichkeit) Ihre Aussagen und auch Ihre Einstellung einmal überdenken.


» In der Psychotherapie beschäftigt man sich vermehrt mit dem Gedanken der ‚Individualisierung' des Menschen. Das bedeutet, heraus aus der Masse und wieder ein individueller Mensch sein, der sich in seiner Einzigartigkeit von den anderen unterscheidet, sein persönliches Glück, seine Form der Zufriedenheit und Daseinsberechtigung finden kann (natürlich im Rahmen bestimmter Werte und Normen).
‚Fan' von etwas oder jemandem zu sein, stellt in diesem Prozess eine große Ressource dar, denn es bedeutet, sich für etwas zu interessieren, sich damit zu beschäftigen, also aktiv zu werden, Menschen kennen zu lernen und neue Lebenserfahrungen zu machen. Es ist im guten Fall eine positive Beschäftigung mit einer Sache oder einer Person. Man fühlt sich in seinem Bereich sicher, kann anderen davon erzählen, wird interessant, bekommt Aufmerksamkeit geschenkt.
Als Michael Jackson-Fan scheint das aber alles anders zu sein, und gerade junge, jugendliche Jackson-Anhänger werden häufig deswegen von Kameraden und teilweise sogar Eltern und Verwandten angegriffen. Sicherlich hat dies mit dem ambivalenten Ruf des Künstlers zu tun. Es gab auch eine Zeit, als das alles ganz anders war, und es das Coolste überhaupt war, sein Zimmer mit Jackson-Postern plakatiert zu haben. Damals war aber jeder Fan, es war ein Trend und somit hatte es nicht diese einzigartige Bedeutung, die dieses ‚Fansein' heute hat.
Es gibt wahrlich nicht viele andere Themen, die so heftige Gegenreaktionen im eigenen Umfeld auslösen wie Michael Jackson. Vielleicht noch in der Politik und einigen Extrem-Hobbys. Doch das sind dann eher Gruppen, die entweder auf Konkurrenz und Kampfgeist fußen oder die sich auch ganz bewusst und gezielt von den anderen, den ‚Normalen/ Langweiligen' abheben will. Damit ist der Widerstand der Umwelt auch zu einem gewissen Grad intendiert und nicht nur unwillkommen.
Anders bei Michael Jackson-Fans. Sie wollen gar nicht offiziell aus der Reihe tanzen und rebellieren, sie lieben einfach ihr Idol und wollen damit in der Regel auch nur in Ruhe gelassen werden. Wenn Klassenkameraden das kleine Bild von Jackson sehen, das sie in ihrem Mäppchen oder Geldbeutel mit sich tragen, auf sie losgehen und sie als Kollaborateure eines Kinderschänders ansehen, ist das schlimm. Es gibt mit Sicherheit nicht einen Michael Jackson-Fan, der sexuellen Kindesmissbrauch gut findet - sie halten ‚ihren Michael' einfach für unschuldig, und das ist ein himmelweiter Unterschied. Und nicht nur das, sie beschäftigen sich sogar intensiv mit diesen Themen, viel mehr als jene, die ihre Urteile über Jackson und damit gleich auch noch über die, die ihn mögen, verhängen.
Es darf nicht sein, dass junge Menschen massiv für etwas angegangen werden, das sie selbst positiv sehen und sogar erklären könnten warum. Doch niemand lässt sie zu Wort kommen. Kaum jemand ist besser mit Argumenten, Worten und Gefühlen bewaffnet als ein Michael Jackson-Fan. Doch wer hört ihnen zu? Die Masse unterdrückt das Individuum, wenn es nicht stark genug ist. Und diese Umwelt scheint in Jackson gerade das Gegenteil von dem zu sehen, was sie in Michael finden und lieben.
Gerade im Falle von Michael Jackson halte ich diese Entwicklung für fatal, denn wer sich wirklich mit ihm und seinen Fans beschäftigt, wird schnell herausfinden, dass dies sogar mit sehr hohen Moral- und Wertvorstellungen verbunden ist. Jackson ist jemand, der sehr um das Wohl der Menschheit und der Erde bemüht ist, der Akzeptanz und Toleranz einfordert, aber - tatsächlich - auch lebt. Junge Jackson-Fans, die hier wirklich noch ein Idol gefunden haben und sich selbst um diese Werte bemühen, verstehen nicht, warum sie ihnen abgesprochen werden. Und oft passiert etwas Ungesundes und Bedrückendes: je mehr an ‚Michael' herumkritisiert wird, desto mehr klammern sich die Fans an ihn, verteidigen ihn und ziehen sich mit dieser Liebe zurück. Es kommt zu viel mehr Schwierigkeiten und Spannungen als wenn mit dem Thema normal und locker umgegangen werden würde - so wie es zu früheren Zeiten war. Damals war man als Jugendlicher einfach eine Zeit lang verrückt, fanatisch und hysterisch, dann legte sich das auch wieder. Heute ist die Gefahr einer ungesunden Entwicklung in dieser Hinsicht größer, da es zu Verwirrungen kommt. Weniger starke Jugendliche reagieren vielleicht mit Angst und Rückzug, packen ‚ihn', der doch irgendwie ihr einziger Beistand ist und genauso angegriffen wird wie sie, der Harmonie Willen weg und gehen - mindestens offiziell - den Gang der Entwicklung, wie es von ihnen verlangt wird. Dabei ignorieren sie aber entweder die eigenen Impulse und Gefühle oder es arbeitet irgendwie im Stillen weiter vor sich hin, ungesehen, ungewürdigt, zum Sterben verurteilt. Andere reagieren mit Reaktanz, konfrontieren andere und rebellieren, was auch nicht gerade zu einer positiven Grundstimmung führen kann.
Und ganz zentral dabei bleibt immer: diese Kinder, Jugendlichen und auch Erwachsene setzen sich im Grunde für Werte ein, die von jedem in der Gesellschaft gefordert und begrüßt werden. Nur scheinbar nicht im Zusammenhang mit dem Namen Michael Jackson, was eben jene finden, die sich nicht mit Jackson beschäftigen.
Insgesamt halte ich das für eine traurige Entwicklung und einen Schritt zurück von der Individualität hin zur ‚normalen Ansicht': ‚Jeder muss den Jackson für ein Monster halten, weil die Zeitungen sagen, er ist verrückt.' Und wer macht sich schon die Mühe, dahinter zu schauen? Und wenn, wer traut sich dann noch zu sagen, was er dahinter findet? «


A. Nowara, Diplom-Psychologin


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