Man muss die Wahrheit so lange wiederholen, solange es noch Menschen gibt, die nicht an sie glauben.
Friedrich Max Müller
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Fan Mobbing

Frau, 31 Jahre

Freitag, den 23. Februar 2007

Ich wurde vor kurzem vor dem Supermarkt von einer Gruppe Jugendlicher ausgebuht - ich hatte einen Michael-Button an der Jacke.
Freunde und Familie halten mich für bescheuert, weil ich hinter Michael stehe. Dementsprechend werde ich auch behandelt.
Den Vogel schoß aber meine Nachbarin ab: Ich hörte vor einer Weile in Zimmerlautstärke Billie Jean. Die Wände im Haus sind sehr dünn, meine Nachbarin klingelte und befahl mir geradezu, die Musik von diesem Schwerverbrecher (ihre Wortwahl!) nur noch über Kopfhörer zu hören, sie hätte schließlich 2 Söhne in dem “entsprechenden Alter”, die hätten ein gaaanz schlechtes Gefühl, wenn sie das hören müssen!
Jetzt ist es also schon so weit, dass ich in meiner eigenen Wohnung nicht mehr seine Musik hören darf, da die Kinder nebenan Angst vor dem „Monster“ haben?! Danke, tabloids!

Mann, 35 Jahre

Donnerstag, den 22. Februar 2007

Ich bin seit meinem 15. Lebensjahr Michael Jackson Fan, das sind nun inzwischen 20 Jahre.
Damals war die Welt noch in Ordnung und es war cool, Jackson-Fan zu sein, irgendwie hatte jeder einen Michael-Fan in der Familie.
Ein paar Jahre später war es schon schwieriger, auf einmal gab es Spott und blöde Sprüche, und die Berichtserstattung wurde immer seltsamer, ein Gerücht jagte das nächste, aber es war auszuhalten, alles nur kleine Harmlosigkeiten.
Doch das ganze war Steigerungsfähig, langsam wurde Michael zum Irren abgestempelt, es war ein schleichender Prozess.
Gleichzeitig steigerte sich auch der Spott und Hohn in meinem Umfeld über MJ, und langsam wurde ich auch persönlich deswegen verspottet, aber es war auszuhalten und über das meiste konnte man nur grinsen.
1993 änderte sich das ganze aber schlagartig und ich musste anfangen, mich für mein Fansein zu rechtfertigen und wurde beleidigt.
Irgendwann war dann wieder Ruhe und alle hatten sich damit in Familie und Freundeskreis abgefunden, dass ich Michael-Fan bin und bewunderten inzwischen auch meine Treue gegenüber meines Idols. Die meisten hatten, ob in der Musik oder im Fussballclub schon öfter das Lager gewechselt. Ich aber nicht, man hatte sich daran gewöhnt und es wurde als gut empfunden, dass ich nicht wie die Fahne im Wind wehe.
Das dachte ich zumindest!

Vor ein paar Tagen erzählte mir eine gute Freundin, auf deren Sohn ich hin und wieder aufpasse, dass sie neulich bei einer gemeinsamen Bekannten zu Besuch war. Ich kenne diese “gute Bekannte” schon seit 15 Jahren und verstehe mich gut mit ihr und ihren Kindern wenn ich bei ihr zu Besuch bin, na egal.
Auf jeden Fall kamen sie irgendwie auf mich zu sprechen, und meine Freundin erzählte ganz beiläufig, dass ich schon öfter mal bei ihr den “Babysitter” gespielt habe.
Darüber war die gemeinsame Bekannte ziemlich empört und meinte, dass sie mir niemals ihre Kinder anvertrauen würde.
Auf die Frage “Warum nicht?” kam die Antwort, dass ich auf kleine Kinder stehe, wer so energisch hinter einem Kinderf***er steht und ihn in Schutz nimmt, der f**** selber Kinder, sonst würde ich das Schwein nicht so verteidigen, ist doch klar, dass diese Perversen zusammen halten!
Ich hätte niemals gedacht, dass in meinem Umfeld so über mich gedacht wird.
Diese “Bekannte” hatte mich zur Prozesszeit immer ausgefragt, was an den tagesaktuellen Vorwürfen denn so dran ist.
Ich hatte auch immer bis zum Urteil gute Argumente für seine Unschuld vorgebracht, naja so die ganzen Wiedersprüche und Hintergründe die man als Fan so im Internet finden konnte, und sie tat immer ganz interessiert und so, als ob sie mir glauben würde. Na ja jetzt weiß ich es besser, und ihre teilweise komischen Fragen bekommen jetzt einen ganz anderen Sinn.
Wenn sie Michael weiterhin für Schuldig halten will, bitte schön, jedem selber überlassen, wenn er lieber den Medien glauben will, auch wenn ich das nicht richtig finde.
Aber dass man sich als Fan vorhalten lassen muss, das man selber ein Kinderschänder ist, nur weil man Fan von einem Menschen ist, dem sowas schon mal vorgeworfen wurde und nebenbei in allen Punkten freigesprochen wurde, geht echt zu weit.
Gut zu wissen, was angebliche Freunde so hinter dem Rücken reden und über mich denken.
Zum Glück sind nicht alle so.

Katy

Montag, den 5. Februar 2007

Ich wurde von Jungs mal verprügelt, weil ich ein Michael T-Shirt anhatte.
Die haben mir den Zeh gebrochen!

Frau, 29 Jahre

Montag, den 5. Februar 2007

Ich war schon Fan, da ging ich noch in die Hauptschule. Ich wurde von meinen Klassen- und Schulkameraden ständig beleidigt und auch geschlagen. Es war an der Tagesordnung, dass ich mit blauen Flecken heimkam! Das krasseste war allerdings, als ich im Sommer mal zum baden an den Starnberger See ging. Dort waren wieder meine tollen “Schulkollegen”. Ich habe sie einfach ignoriert, bin vom Steg aus ins Wasser gesprungen, und bin weit hinausgeschwommen. Ich merkte nicht, dass mir ca 5 Jungs hinterher schwammen. Der Schreck war natürlich groß, als ich bemerkte, dass sie mich umzingelt hatten. Einer nach dem anderen hat mich immer und immer wieder unter Wasser gezogen. Ich bekam immer mehr Panik, weil ich mich nicht wehren konnte, und der Sauerstoff langsam knapp wurde. Irgendwie schaffte ich es trotzdem mich zu befreien, und paddelte so schnell ich konnte ans Ufer zurück. Ich dachte, ich ersticke!
Mir wurde auch manchmal “Jackson-Hure” oder sowas hinterhergerufen, aber das juckte mich nicht. Da kann ich meine Ohren auf Durchzug stellen. Heute habe ich keinen Ärger mehr. Das liegt wohl am gesteigerten Selbstbewusstsein und am Alter. Sollte mich trotzdem mal jemand dumm anmachen, habe ich immer einen dummen Spruch parat…

Mädchen, 14 Jahre

Montag, den 29. Januar 2007

Alles begann im Kindergarten, da wollte keiner mit mir spielen weil ich Fan war!! Ich habe Michael immer verteidigt, aber jeder hat nur die Eltern nachgeplappert, er sei ein Bastard und Kinderfi*er (damals hab ich nicht gewusst, was das ist, aber es war immer schlimm für mich). In der bulgarischen Grundschule gings dann auch besser, doch als ich nach Innsbruck gezogen bin, galt ich nicht nur als dumme Ausländerin, ich wurde auch wegen Mike schikaniert. Später kamen dann die bösen Kommentare während des Prozesses a la “Bring mich doch um, dann musst in den Knast und kannst zu deinem Geliebten!” In der Zeit hab ich angefangen mich zu ritzen und nichts mehr zu essen… in der 3ten HS war es dann am schlimmsten, da war ich wirklich jeden Tag total einsam und wurde nur noch gemobbt, da hatte ich auch Selbstmordgedanken, aber ich hab mich nie wirklich getraut! Aber es war fast unerträglich jeden Tag verarscht zu werden und auch noch die Angst um Michael wegen dem Prozess… Zur Zeit ist es nicht wirklich besser geworden, also die verarschen MJ noch immer, ich wurde sogar schon ein paar mal geschlagen! Aber ich hab keine Selbstmordgedanken mehr…
Vor einiger Zeit hab ich das alles meiner Lehrerin erzählt. Ich hab mit der Lehrerin geredet, und plötzlich kam die Sprache auf “Psycho Andi” (ein Junge der mich bedroht, schlägt und mich immer als Kinderf**er- H*re bezeichnet) und dann ist mir alles rausgerutscht und ich musste total weinen und hab ihr alles erzählt, auch dass sie mich deswegen ausgrenzen und so, und dann war sie erstmal sprachlos und das nächste was sie gesagt hat war: “Aber du bist ja NUR Fan von seiner Musik und nicht von ihm als Person!” Und ich dann: “Ähhh ich liebe ihn auch als Person!” Und sie: “Aha, ach so tut mir leid !” Und dann kam das übliche Blabla! Und jetzt wird sie einen extra auf Mobbing spezialisierten Therapeuten mit in unsere Klasse nehmen! Was das wohl wird! Aber ich hasse es, mich rechtfertigen zu müssen. Musste ich bei ihr auch wegen Mike. Gott, das hängt mir so zum Hals raus…..