Mann, 35 Jahre
von Jennifer am 22. Februar 2007Ich bin seit meinem 15. Lebensjahr Michael Jackson Fan, das sind nun inzwischen 20 Jahre.
Damals war die Welt noch in Ordnung und es war cool, Jackson-Fan zu sein, irgendwie hatte jeder einen Michael-Fan in der Familie.
Ein paar Jahre später war es schon schwieriger, auf einmal gab es Spott und blöde Sprüche, und die Berichtserstattung wurde immer seltsamer, ein Gerücht jagte das nächste, aber es war auszuhalten, alles nur kleine Harmlosigkeiten.
Doch das ganze war Steigerungsfähig, langsam wurde Michael zum Irren abgestempelt, es war ein schleichender Prozess.
Gleichzeitig steigerte sich auch der Spott und Hohn in meinem Umfeld über MJ, und langsam wurde ich auch persönlich deswegen verspottet, aber es war auszuhalten und über das meiste konnte man nur grinsen.
1993 änderte sich das ganze aber schlagartig und ich musste anfangen, mich für mein Fansein zu rechtfertigen und wurde beleidigt.
Irgendwann war dann wieder Ruhe und alle hatten sich damit in Familie und Freundeskreis abgefunden, dass ich Michael-Fan bin und bewunderten inzwischen auch meine Treue gegenüber meines Idols. Die meisten hatten, ob in der Musik oder im Fussballclub schon öfter das Lager gewechselt. Ich aber nicht, man hatte sich daran gewöhnt und es wurde als gut empfunden, dass ich nicht wie die Fahne im Wind wehe.
Das dachte ich zumindest!
Vor ein paar Tagen erzählte mir eine gute Freundin, auf deren Sohn ich hin und wieder aufpasse, dass sie neulich bei einer gemeinsamen Bekannten zu Besuch war. Ich kenne diese “gute Bekannte” schon seit 15 Jahren und verstehe mich gut mit ihr und ihren Kindern wenn ich bei ihr zu Besuch bin, na egal.
Auf jeden Fall kamen sie irgendwie auf mich zu sprechen, und meine Freundin erzählte ganz beiläufig, dass ich schon öfter mal bei ihr den “Babysitter” gespielt habe.
Darüber war die gemeinsame Bekannte ziemlich empört und meinte, dass sie mir niemals ihre Kinder anvertrauen würde.
Auf die Frage “Warum nicht?” kam die Antwort, dass ich auf kleine Kinder stehe, wer so energisch hinter einem Kinderf***er steht und ihn in Schutz nimmt, der f**** selber Kinder, sonst würde ich das Schwein nicht so verteidigen, ist doch klar, dass diese Perversen zusammen halten!
Ich hätte niemals gedacht, dass in meinem Umfeld so über mich gedacht wird.
Diese “Bekannte” hatte mich zur Prozesszeit immer ausgefragt, was an den tagesaktuellen Vorwürfen denn so dran ist.
Ich hatte auch immer bis zum Urteil gute Argumente für seine Unschuld vorgebracht, naja so die ganzen Wiedersprüche und Hintergründe die man als Fan so im Internet finden konnte, und sie tat immer ganz interessiert und so, als ob sie mir glauben würde. Na ja jetzt weiß ich es besser, und ihre teilweise komischen Fragen bekommen jetzt einen ganz anderen Sinn.
Wenn sie Michael weiterhin für Schuldig halten will, bitte schön, jedem selber überlassen, wenn er lieber den Medien glauben will, auch wenn ich das nicht richtig finde.
Aber dass man sich als Fan vorhalten lassen muss, das man selber ein Kinderschänder ist, nur weil man Fan von einem Menschen ist, dem sowas schon mal vorgeworfen wurde und nebenbei in allen Punkten freigesprochen wurde, geht echt zu weit.
Gut zu wissen, was angebliche Freunde so hinter dem Rücken reden und über mich denken.
Zum Glück sind nicht alle so.






