World Music Awards 2006
von Jennifer am 19. April 2007Gerücht:
Michael Jackson wurde bei den World Music Awards 2006 ausgebuht. Er hat seine Stimme verloren, der Comebackversuch ist gescheitert. Andere Bands konnten wegen seiner Verspätung nicht auftreten.
Wahrheit:
Mr. Jackson sollte lediglich einen Preis für über 100 Millionen verkaufte Tonträger seines Albums Thriller entgegennehmen – eine Ehrung für einen unglaublichen Weltrekord, etwas anderes war von Anfang an nicht geplant. Von einem Comebackversuch war nie die Rede.
Die Medien streuten aber das Gerücht, er wolle an diesem Abend seinen Hit „Thriller“ performen und damit die nächste Runde seiner Karriere einläuten.
Noch auf dem roten Teppich sagte Jackson den wartenden Reportern, er werde nur den Preis abholen, alles andere sei ein Missverständnis.
Um ihre – nennen wir es schlechte Recherche – zu vertuschen, erfanden die Medien die Geschichte, Michael Jackson hätte seine Stimme und die Fähigkeit zu tanzen verloren, vor Lampenfieber konnte er angeblich kaum die Bühne betreten.
Die Presse stürzte sich auf sein Äußeres, er wurde als Freak, Zombie und Geisterbahnfigur beschimpft. Zur Erinnerung – Jackson bei den World Music Awards:

Die Veranstaltung zog sich durch eine katastrophale Organisation in die Länge, die Zuschauer vor Ort mussten fast zwischen jedem Auftritt bis zu 30 Minuten warten und bei den Umbauarbeiten zusehen, Klaviere, Schlagzeuge – Instrumente aller Art wurden auf- und wieder abgebaut, hin und her geschoben. Die damit verbundene Verzögerung von Jacksons Erscheinen und der Ausfall der Gruppe „Tokio Hotel“ ist einzig und alleine auf dieses Chaos zurückzuführen.
Außerdem wurde behauptet, Fans hätten 400 € für die Tickets bezahlen müssen. Auf dem Schwarzmarkt vielleicht, in Fankreisen ist ein solcher Fall jedoch nicht bekannt – tatsächlich kosteten die Stehtickets vor der Bühne 60,00 €, Sitzplätze lagen bei 120,00 €.
Ca. 200 Stehtickets wurden von Michael Jackson sogar an seine Fans verschenkt, da er selbst diese Preise noch für zu hoch hielt.
World Music Awards Begründerin Melissa Corken hat sich zur Verteidigung von Michael Jackson´s Auftritt bei dem Ereignis später zu Wort gemeldet. Daraus Auszüge:
“Die Presse griff ein Gerücht auf, dass er “Thriller” singen würde. Er hatte NIE die Absicht mit “Thriller” aufzutreten. Es war von Anfang an geplant, dass Chris Brown (Thriller) performt als einen Tribut.
Er war noch nicht ganz soweit, um aufzutreten, aber er wollte etwas mehr machen, als nur den Preis zu empfangen, so entschied er etwas aus “We Are The World” zu singen. Er war couragiert genug, um das zu machen.”
Wenn man seinen Gesang an dem Abend mit de Originalaufnahme vergleicht, ist man verblüfft, wie exakt Michael Jackson die Töne getroffen hat. Er reagierte auch hochprofessionell, als das Playback nicht nur an der falschen Stelle eingespielt wurde, sondern nicht einmal die Instrumentalfassung – er mußte gegen die Originalaufnahme, d. h. gegen Stevie Wonder, Bruce Springsteen etc. ansingen.
Und während die meisten britischen Schmierblätter groß herausbrachten, wie viele Buhs er einstecken musste, erzählte Melissa Corken, die überwiegende Wirkung auf die Show war überwältigend positiv.
“Er hat bereits zweimal bei den WMAs eine Vorstellung gegeben, aber dieses Mal war es sogar noch explosiver – ich habe niemals zuvor eine solche Energie erlebt. Das war einfach nur wundervoll. Über 10.000 Leute aus der ganzen Welt kamen, um ihn zu sehen.”
Merkwürdig ist auch die Tatsache, dass die Fans vor Ort völlig euphorisch die Veranstaltung verließen, begeistert von den stundenlangen „We-love-Michael-Rufen“, nur um knapp 2 Stunden später schon erste Zeitungsberichte in Händen zu halten, die davon berichteten, Michael Jackson wäre gnadenlos ausgebuht worden. Man könnte fast meinen, diese Artikel wären schon vor Beginn der Preisverleihung verfasst worden…






