Michaels letztes Studioalbum Invincible ist gefloppt!
3. April 2007Gerücht: „Lediglich drei brauchbare Songs vom „best selling artist of the world“ sind einfach zu wenig fürs Geld.“ [CDstarts.de, Matthias Reichel]
So hieß es in einer aktuellen Pressemitteilung Ende Oktober 2001.
„Jeder einzelne Track ist ein schlechtes Rip-Off bekannter Jackson-Songs. Jetzt ist er also nicht mal mehr in der Lage, sich selbst adäquat zu kopieren, wie bei den Alben zuvor.“, heißt es weiter.
„Mehr Flop als Pop“, „Das Ende einer Karriere“ oder „King Of Flop“ – diese Worte füllten die Schlagzeilen, wenn es um Invincible ging.
Wahrheit: Tatsächlich geht es um Michael Jacksons Album Invincible (2001). Dieses Stück wurde besonders in den Medien als Flop bezeichnet – und zwar schon kurz nach der Veröffentlichung. In der Tat schien Invincible nicht einfach nur das neue Werk des King of Pop zu sein, sondern die ganze Welt richtete ihre Aufmerksamkeit darauf. 4 Jahre war das letzte Album her (Blood on the dancefloor) und viele waren gespannt auf die 16 neuen Songs. Manche sprachen sogar von einem Comeback, obwohl Michael Jackson eigentlich nie weg war. Aber das war nicht das Einzige, was anders lief. Während bei HIStory (1995) noch überlebensgroße MJ-Statuen in den Städten der Welt aufgestellt wurden, gab es für Invincible nicht einmal einen TV-Werbespot. Außerdem wurden lediglich zwei Songs des Albums als Single ausgekoppelt und es gab somit auch nur zwei Videos (Cry und You Rock my World).
Offenbar ist für die schlechte Promotion der damalige Plattenboss von Sony Music, Tommy Mottola, verantwortlich gewesen. Damals warf Michael ihm vor, er würde afroamerikanische Künstler zu wenig unterstützen. Das wurde von vielen Fans untermauert, die gemeinsam mit ihrem Idol vor dem Virgin Mega Store in New York City demonstrierten.
Dabei war das Album absolut promotionswürdig! Invincible ist keine Kopie einer früheren Platte. Die 16 damals brandneuen Songs können Zuhörer von jung bis alt begeistern, denn es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Mit den Balladen Speechless oder You are my life und Dance-Songs wie Unbreakable hat der King Of Pop wie bei allen Alben zuvor seine Vielfältigkeit bewiesen. Weiterhin arbeiteten Künstler wie R. Kelly, Babyface und Chris Tucker an dem Album mit. Im Video von You Rock My World hat Marlon Brando einen seiner letzten Auftritte gehabt.
Die Themen, von denen Michael Jackson singt, sind allerdings wie zuvor die gleichen geblieben: Es geht um Liebe (Don´t Walk Away), um Paparazzis (Privacy) und um die Wunden unserer Erde (The Lost Children). Somit ähnelt das Konzept von Invincible den zuvor ebenfalls erfolgreichen Alben Dangerous (1991) oder HIStory (1995).
„Mehr Flop als Pop“, „Das Ende einer Karriere“ oder „King Of Flop“ – diese Worte füllten die Schlagzeilen, wenn es um Invincible ging. Aber warum? Weil Michael Jackson nun schon sein 11. Soloalbum veröffentlichte und es nicht mehr so erfolgreich war wie Thriller? Der „Flop“ wird oft mit den Verkaufszahlen begründet. Die liegen bei Invincible bei ca. 12 Millionen Tonträgern weltweit. Ist das ein Flop?
Gleichzeitig zum neuen MJ-Album erschien beispielsweise Britney Spears´ drittes Werk Britney (2001), das 15 Mio. mal über die Theken ging. Das Folgealbum In The Zone (2003) hatte 10 Mio. an den Mann gebracht. Hinter diesen CDs steckte eine große Promotion.
Music (2000) von Madonna verbreitete 15 Mio. Tonträger weltweit und es gab ebenfalls eine große Promotion und ein Jahr später eine Welttour.
Justin Timberlake wurde zur gleichen Zeit mit seinem Album Justified (2002) als Held gefeiert und sogar als „der neue King of Pop“ bezeichnet. Tatsächlich lagen seine Verkaufszahlen nur bei 7 Mio.
Während Michael Jackson im Alter von 16 Jahren mit seinen Brüdern schon mehr als 100 Mio. Platten verkaufte und mehrere Welttourneen hinter sich brachte, hat Timberlake mit 26 Jahren ca. 13 Mio. Alben verkauft. Das entspricht fast den Verkaufszahlen von Invincible allein. Warum wird er also als der neue King Of Pop gefeiert?
Wenn man sich also einmal die Verkaufszahlen von parallel erschienen CDs ansieht, hat man den Medienberichten eigentlich den Wind aus den Segeln genommen.
Wenn man außerdem beachtet, dass es immer schwieriger wird, gute Absätze zu erzielen (Raubkopierer, illegale Downloads), sind 12 Millionen Platten für ein einziges Album nach ca. 40 Jahren Karriere, keiner Promo und keiner anschließenden Welttour eine sehr gute Zahl. Viele der heutigen Michael Jackson Fans geben Invincible sogar als ihr Lieblingsalbum an. Es ist ein Album, wie wir es von Michael kennen: Es ist kein Abklatsch, es umfasst ein großes Staraufgebot und hat mindestens zwei Songs für jeden Geschmack. Das Video Cry beschäftigt sich damit, die Welt zu einem besseren Ort zu machen und beim Video You Rock My World bleibt kein Zuhörer auf dem Sofa sitzen: Eine super Choreografie lässt die Musik unter die Haut gehen.
Da nur wenig Menschen Michael Jackson persönlich kennen, sind die Medien oft die einzige Möglichkeit, um an Information zu kommen. Da jeder Reporter aber beste Absätze erzielen möchte, werden gewöhnliche Ereignisse wie die Veröffentlichung des MJ-Albums nicht einfach nur nüchtern begleitet, sondern gern mit Skandalen besetzt. So wird Michael als der „King of Flop“ bezeichnet, obwohl es gar nicht stimmt. In Wirklichkeit hat Michael Jackson mit Invincible bewiesen, dass er Songs schreibt, die einen berühren, dass er mit 43 immernoch so tanzen kann wie mit 25 und wie vielfältig seine Stimme ist. Kurz: Er hat bewiesen, dass er der King Of Pop und darin wirklich invincible (=unbesiegbar) ist.







Am 2. Mai 2009 um 10:18 Uhr
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